Dankbar sein ist ein anderer Ausdruck für glücklich sein
In einem Interview zitieren Sie den Friedensaktivisten Sulak Sivaraska: «Konsumieren ist so etwas wie die neue Weltreligion geworden». Warum fällt es uns so schwer, anstelle einer reinen Verbrauchsgesellschaft eine Beziehungsgesellschaft zu sein, zu werden? Was hindert uns eigentlich – oder was brauchen wir, um umzudenken?
Die erste Kommunikation in unserem Leben ist die phasenweise Synchronisation der Herzen von Mutter und Kind, lange bevor wir geboren werden. Eine Art «Sprache der Liebe» in ihrer ursprünglichsten Form. Wie können wir diese Herzverbundenheit und Zugewandtheit (wieder) stärker in unsere Leben und Beziehungen integrieren?
Diese drei Fragen habe ich an Niklaus Brantschen geschickt. Antworten darauf habe ich nicht erhalten - aber einen Telefonanruf: «Wissen Sie, ich bin jetzt 90 Jahre alt und meine Kräfte schwinden langsam und ich muss diese gut einteilen. Aus diesem Grund kann ich darauf nicht mehr schriftlich antworten. Aber: Es ist so eine gute Sache ihre Plattform - machen Sie unbedingt weiter damit».
Das kurze Gespräch mit Niklaus Brantschen hat mich sehr berührt. Er verkörpert dieses Verständnis von Kindness - wenige Worte, diese aber wohl durchdacht, ehrlich, klar, mit viel Herz, zugewandt, wertschätzend, freundlich. Mehr braucht es nicht.
Zur Person:
Niklaus Brantschen ist ein Schweizer Jesuit, Zen-Lehrer und spiritueller Autor. Er verbindet christliche Mystik mit der Praxis des Zen-Buddhismus und engagiert sich seit vielen Jahren für den interreligiösen Dialog. Zudem ist er Mitbegründer und langjähriger Leiter des Lassalle-Hauses, eines Zentrums für Spiritualität, Meditation und Ethik.