Abschiednehmen gehört zum Leben – ob es der Verlust eines Haustiers ist, der Umzug eines Freundes oder der Tod eines geliebten Menschen. Als Erwachsene tendieren wir dazu, die Kinder vor den damit verbundenen schmerzhaften Gefühlen beschützen zu wollen. Damit tun wir ihnen aber keinen Gefallen, denn wie sollen Kinder einen natürlichen Umgang mit Abschied und Trauer lernen?
Aber wie können wir mit Kindern über diese schwierigen Themen sprechen, ohne sie – und uns- damit zu überfordern?
Genau hier setzt der Workshop an, mithilfe vom «Wimmelbuch vom Abschiednehmen» vom Vatter&Vatter Verlag - einem Buch, das ohne viel Worte auskommt und dennoch so viel erzählt. Auf bunten und freundlich gestalteten Wimmelbildern können wir in die Geschichten verschiedenster Personen unterschiedlichen Alters eintauchen und ihre Erlebnisse von Seite zu Seite verfolgen. Dabei geht es um die kleinen und die grossen Abschiede im Leben, aber auch um Trost, Zuversicht, Freundschaft und Zusammenhalt.
In unserem Workshop erfahren Lehrpersonen, wie sie dieses Buch sensibel und wirkungsvoll im Unterricht einsetzten können. Gemeinsam entdecken wir die vielfältigen Szenen des Buches, in denen sich unterschiedliche Formen des Abschieds widerspiegeln. Durch die Auseinandersetzung mit den einzelnen Geschichten kann mit den SuS ein sicherer Raum für Gespräche und Gefühle geschaffen und das Mitgefühl, Trost und Empathie füreinander gefördert werden. Kinder lernen, Gefühle zu benennen, zu reflektieren und miteinander auszutauschen, wodurch Resilienz und soziales Verständnis gefördert werden.
Der Verlust eines Angehörigen ist für viele Kinder bereits Realität und möglicherweise Ursprung von auffälligem Verhalten. Wenn Trauer unterdrückt wird, steigt das Risiko für Schwierigkeiten im sozialen und schulischen Kontext sowie psychische Erkrankungen und Suizidalität im Jugend- und Erwachsenenalter. Die Erfahrung zeigt, dass Kinder und Jugendliche sehr offen und interessiert sind, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und die Bedenken der Erwachsenen oft unbegründet sind. Studien zeigen, dass das Benennen von Gefühlen Stress reduziert und die Resilienz fördert.
Anhand des Workshops «Wimmelbuch vom Abschiednehmen» sollen Lehrer/Erzieher/Pädagogen Werkzeuge an die Hand bekommen, wie sie mit SuS unterschiedlichen Alters über Themen Abschied, Trauer und Tod ins Gespräch kommen können. Es sollen konkrete Methoden vermittelt werden, die sowohl im Klassenverband oder der Einzelbegleitung anwendbar sind. Der Workshop ist keine Weiterbildung in Trauerbegleitung. Teilnehmer sollten offen sein für die eigene Auseinandersetzung mit dem Abschiednehmen.