Stärken stärken

ICH-Koffer

Ziel

  • Der ICH-Koffer soll Kinder darin unterstützen, sich selbst besser kennenzulernen, sich in ihrer Identität zu stärken und in der Gruppe wahrgenommen zu werden.
  • Es geht um Selbstwahrnehmung, Achtsamkeit, Akzeptanz und Resilienz. 

Rahmenbedingungen

Setting
Die Sequenz findet innerhalb der ganzen Klasse statt. Während ein Kind im Zentrum steht, lernen die anderen zuzuhören, achtsam zu sein und gute Fragen zu stellen. Eine besondere Herausforderung für die zuhörenden Kinder ist es, sich selbst zurückzunehmen und dem präsentierenden Kind die ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Für einmal ist es nicht möglich, das gehörte mit eigenen Beispielen und Erinnerungen zu ergänzen.

Inhalt | Vorgehen

Mit dem ICH-Koffer soll jedes Kind Raum bekomme, um Anekdoten, Erlebnisse und auch Herausforderungen aus seinem Leben zu erzählen. Dabei erleben die Kinder innerhalb der Klasse Wertschätzung, Aufmerksamkeit und stärken ihr Selbstbewusstsein.

Jedes Kind nimmt den leeren ICH-Koffer übers Wochenende einmal mit nach Hause. Gemeinsam mit der Familie wird überlegt, welche Gegenstände, Fotos oder Erinnerungen hineinkommen sollen. Was möchte das Kind den anderen erzählen? Ein besonderes Ferienerlebnis, das erste Kleidungsstück, den Schnuller, das Lieblingsstofftier? Vielleicht auch Erinnerungen an einen nicht so einfachen Start ins Leben, wenn es noch im Spital bleiben musste? Ein kleiner Ratgeber mit Stichworten sowie Symbolbilder helfen bei der Auswahl.

Am Montag bringt das Kind den gepackten Koffer mit in die Schule oder den Kindergarten. Im gemeinsamen Kreis darf es sich und den Inhalt des Koffers vorstellen. Je nach Wunsch begleite ich als Lehrperson die Präsentation mit Fragen oder das Kind übernimmt ganz allein. Ein besonderes Ritual ist der Blick auf das Massband: Wir vergleichen die Grösse bei der Geburt mit der heutigen Körpergrösse und staunen über das Wachstum.

Als Einstieg in das Projekt habe ich mich selbst mit einem eigenen ICH-Koffer vorstelle. Mit Bildern, als ich ein Bébé war. Die Kinder können sich das fast nicht vorstellen ;-) Dadurch mache ich mich nahbar und gebe ein Beispiel. Die Kinder merken: Es ist in Ordnung, wenn ich nicht zu allen Beispielen etwas erzählt oder beantwortet. Es geht um eine Auswahl – das, was für das Kind gerade wichtig ist.

Von jeder Präsentation wird ein Foto gemacht. Dieses kommt zusammen mit dem Ideenratgeber als Erinnerung an diesen besonderen Moment in das persönliche Portfolio des Kindes.

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Sabina Bürki, Kindergarten Haberzelg, Hilterfingen