Mit dem ICH-Koffer soll jedes Kind Raum bekomme, um Anekdoten, Erlebnisse und auch Herausforderungen aus seinem Leben zu erzählen. Dabei erleben die Kinder innerhalb der Klasse Wertschätzung, Aufmerksamkeit und stärken ihr Selbstbewusstsein.
Jedes Kind nimmt den leeren ICH-Koffer übers Wochenende einmal mit nach Hause. Gemeinsam mit der Familie wird überlegt, welche Gegenstände, Fotos oder Erinnerungen hineinkommen sollen. Was möchte das Kind den anderen erzählen? Ein besonderes Ferienerlebnis, das erste Kleidungsstück, den Schnuller, das Lieblingsstofftier? Vielleicht auch Erinnerungen an einen nicht so einfachen Start ins Leben, wenn es noch im Spital bleiben musste? Ein kleiner Ratgeber mit Stichworten sowie Symbolbilder helfen bei der Auswahl.
Am Montag bringt das Kind den gepackten Koffer mit in die Schule oder den Kindergarten. Im gemeinsamen Kreis darf es sich und den Inhalt des Koffers vorstellen. Je nach Wunsch begleite ich als Lehrperson die Präsentation mit Fragen oder das Kind übernimmt ganz allein. Ein besonderes Ritual ist der Blick auf das Massband: Wir vergleichen die Grösse bei der Geburt mit der heutigen Körpergrösse und staunen über das Wachstum.
Als Einstieg in das Projekt habe ich mich selbst mit einem eigenen ICH-Koffer vorstelle. Mit Bildern, als ich ein Bébé war. Die Kinder können sich das fast nicht vorstellen ;-) Dadurch mache ich mich nahbar und gebe ein Beispiel. Die Kinder merken: Es ist in Ordnung, wenn ich nicht zu allen Beispielen etwas erzählt oder beantwortet. Es geht um eine Auswahl – das, was für das Kind gerade wichtig ist.
Von jeder Präsentation wird ein Foto gemacht. Dieses kommt zusammen mit dem Ideenratgeber als Erinnerung an diesen besonderen Moment in das persönliche Portfolio des Kindes.